Bali – unsere bisher weiteste Reise
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15 Stunden Flug: zugegeben das klingt nach blankem Horror für jemanden mit Flugangst – wie mich!
Aber was tut man nicht alles, um einen der schönsten und vor allem auch günstigsten Orte der Welt zu sein.
Also wurde die Angst beiseite geschoben (ich wünschte es wäre so leicht) und es ging zu fünft zum ersten Mal auf eine Reise außerhalb von Europa.
Wir hofften auf einen guten Flug Deal, allerdings halten sich die Preise von Berlin aus recht stabil bei 1000 EUR pro Person für hin und zurück.
Wir haben die Reise sehr früh gebucht. Flüge und Air Bnbs standen daher schon im November. Der Grund: Die Insel wird derzeit so gehypt, dass man für die besten und noch günstigsten Unterkünfte schnell sein muss.
Die Fotos stammen dieses mal neben Paul von meiner wundervollen Freundin Mio! Beide haben ihr Iphone dafür genutzt.
Tag 1 Abflug und Ankunft
Am 20. Mai ging es für uns Morgens zum Flughafen. Aufgrund der Zeitverschiebung sollte unsere Ankunft allerdings erst am Vormittag des Folgetages sein.
17 Stunden mit Zwischenstopp in Doha dauerte die Reise dann insgesamt. Das Gute: Da beide Flüge mit Qatar Airways gebucht waren, mussten wir unsere Koffer in Doha nicht aus- und wieder einchecken. Sie wurden automatisch mit in den Anschlussflug verfrachtet und wir brauchten nur zum nächsten Gate gehen. Wir hatten tatsächlich nur 50 Minuten Umsteigezeit, was bei dem sehr kleinen Flughafen im Doha aber auch kein Problem ist.
Endlich angekommen, wurden wir am Flughafen von unserem AirBnb Host für eine kleine Bezahlung abgeholt und zum AirBnb gefahren. Dort konnten wir erst einmal unsere Sachen lagern, während das Haus noch fertig vorbereitet wurde. Der perfekte Zeitpunkt für uns die erste Strandluft zu genießen und eine Kleinigkeit zu essen.
Seminyak ist bereits sehr touristisch ausgelegt, sodass man viele moderne Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Bars findet. Nur wenige Gehminuten von unserem AirBnb war die Club- und Barmeile von Seminyak, sodass wir hier unsere Abende immer gut ausklingen lassen konnten.
Wir haben uns für die erste Urlaubswoche für Seminyak entscheiden, da es im Gegensatz zu Canggu noch nicht wirklich überfüllt ist und wir uns langsam an den Kulturwechsel gewöhnen wollten. Daher blieb es für uns zunächst recht touristisch.
Tipps zum Essen und Trinken
Eine „Kleinigkeit essen gehen“ – das sagt sich ziemlich leicht. Jedoch: Wir Europäer sind die Bakterien, die sich vor allem im Leitungswasser befinden nicht gewohnt und man findet ziemlich viele Horrorstories zum „Bali-Belly“ auf Social Media. Auch unsere Reisegruppe blieb nicht verschont davon. Durchfall, Übelkeit, Unwohl sein – das sind nur die leichten Symptome des „Bali-Belly“, die einen den Urlaub aber auch schon ganz schön versauen können.
Ich blieb tatsächlich verschont. Was habe ich gemacht?
Ich habe bereits in Deutschland meinen Magen und Darm auf die andere Art der Bakterien vorbereitet und Probiotika eingenommen. Vor Ort habe ich kein Fleisch gegessen (das mache ich als Vegetarierin ja sowieso nicht). Des Weiteren kann man aufpassen, dass die Eiswürfel in Getränken nur die mit Loch sind (die wurden dann eingekauft und nicht vom Restaurant selbst mit Leitungswasser gemacht) und das man beim Zähneputzen abgefülltes Wasser verwendet. In den meisten touristischen Restaurants braucht man sich aber wirklich keine Sorgen machen und solange man die kleinen Hinweise beachtet, kommt man auch sehr gut durch.
Wir haben euch zudem in unseren Empfehlungen, die Restaurants aufgelistet in denen wir waren. Mir ging es nach keinem einzigen davon schlecht 🙂
Tag 2 – Zeit für den ersten Tempel
Einer der vielen Gründe warum man nach Bali reist, ist die faszinierende Kultur. In Bali Treffen Hinduisten, Buddisten und Muslime aufeinander.
Bali ist voller alter Tempel, die man sich für sehr wenig Eintritt anschauen kann. Über die App Gojek oder Grab kann man sich einen Fahrer mit Auto mieten. Die Preise dafür sind wirklich sehr günstig und es steht immer jemand zur Verfügung.
Wir fuhren von Seminyak also mit einem Gojek nach Tanah Lot. Es geht dort erst einmal sehr touristisch los mit vielen Einkaufsmöglichkeiten und einem Schalter für den wenigen Eintritt. Auch die Restaurants innerhalb des Tempelgebietes zeigen, dass die schönen religiösen Tempel nur noch für die Touristen genutzt werden. Wir haben von einem Einheimischen erfahren, dass die großen, öffentlichen Tempel meist nur von den Touristen genutzt werden, zum Beten haben die Familien ihre eigenen Tempel zuhause oder nutzen kleine Tempel des jeweiligen Dorfes/der jeweiligen Stadt.
Ja, so fühlt es sich auch an, aber die Aussicht und die Schönheit des vor Jahren von den Einwohnern genutzten Tempels ist es dennoch wert. Tanah Lot befindet sich mitten auf dem Meer und ist nur über ein Boot erreichbar und auch nur dann, wenn das Wasser ruhig ist.
Den Abend haben wir dann im auf dem Rückweg gelegenem Ort „Canggu“ verbracht. Hier gibt es viele Party Möglichkeiten mit Clubs, Bars und Strandpartys. Auch shoppen ist hier sehr gut möglich. So haben wir im bekannten Love Anchor Shop Schmuck und Souveniere kaufen können.
Wir haben in einem inklusivem Restaurant gegessen, in dem nur Gehörlose gearbeitet haben und hier im Anschluss noch eine Draq Queen Show, sowieo Karaoke genießen können.
Tipps zur Fortbewegung
Da wir eine größere Gruppe waren und immer zusammen Reisen wollten, haben wir uns dazu entschieden flexibel Fahrer zu mieten.
Grab/Gojek
Mit diesen beiden Apps kann man sich in wenigen Minuten Fahrer bestellen. Man gibt vorher an wo man hin möchte und bezahlt auch bequem vorab mit der App. Meist nur wenige Rupien. Der Vorteil ist, dass man auch schnell große Autos für eine Gruppe ran bekommt und man mit den Fahrern keine Preise aushandeln muss.
Einheimische
Für Tagesausflüge lohnt es sich einen Deal mit einem Einheimischen zu machen und den ganzen Tag dort hingefahren zu werden wo man möchte oder auch zu den Orten, die der Einheimische empfiehlt. Man macht vorab einen Preis für die Miete für den ganzen Tag aus und ist dann super flexibel ohne selbst zu fahren. Einheimische Fahrer kann man sich easy über die AirBnbs/Hotels organisieren. Oft stecken Gojek oder Grab Fahrer einen auch ihre Karte zu und hoffen, dass man sie außerhalb der App bucht.
Auto oder Roller mieten
Aufgrund der überfüllten Straßen und skrupellosem Verkehr können wir die Miete von Autos oder Roller nicht empfehlen und haben lieber auf die erfahrenen Einheimischen vertraut. Auf den Nachbarinseln, wo weniger los ist, lohnt sich ein Auto oder Roller allerdings.
Tag 3 – Strand und ein weiterer Tempel
Seminyak bietet mit seinem schier unaufhörlich langem Sandstrand einen atemberaubenden Sonnenuntergang. Aber wenn man richtige, vorzeige Strände sehen möchte, dann muss man weiter in den Süden Balis.
So mieteten wir wieder einen Fahrer, der uns zu einem bekannten Strand in Uluwatu brachte. Direkt zum Uluwatu Beach. Ursprünglich wollten wir ein wenig Strandhopping betreiben und verschiedene Strände in Uluwatu sehen. Leider war das aus zwei Gründen nicht möglich: Es regnete am Vormittag/Mittag stark und mir ging es durch eine Panikattacke, die ich im Wasser bekam leider nicht sehr gut. Die Panikattacke entstand dadurch, dass ich in einer Strömung festhing und nicht mehr rauskam. Das Meer rund um Bali ist wirklich sehr wild und man muss echt aufpassen.
Der Uluwatu Strand war aber sehr schön und wir genossen dort ein wenig Regenfreiezeit.
Auch in Uluwatu gibt es einen Tempel direkt am Wasser: Der Pura Luhtur Tempel. Dieser ist wie der vorherige Tempel sehr touristisch und günstig. Hier kommt noch hinzu, dass der Tempel sehr voll mit Touristen und Affen ist. Wenn man nicht unbedingt 1000 touristische Tempel sehen möchte, kann man diesen unserer Meinung nach skippen. Die Affen waren wirklich frech und haben, so wie man es immer hört, sämtliche Dinge der Touristen geklaut. Oft haben wir uns auch nicht an ihnen vorbei getraut, weil sie auch gerne fauchen und beißen. Wir erkundeten trotzdem den gesamten Tempel sind dann aber nicht extra bis zur Feuershow geblieben. Die Aussicht war allerdings atemberaubend!
Tag 4 – Hello Nusa Pendia
Wer möglichst viel entdecken will, muss sich im klaren sein, dass viel Zeit in einem Fahrzeug verbracht werden muss, um von A nach B zu kommen und auch dass mehr als ein Air Bnb sehr viel sinn ergibt. So hatten wir für eine Nacht ein AirBnb auf der Nachbarinsel Nusa Penida gebucht. Denn hier soll es sie geben: Die instagramable Strände!
Wir haben über unseren AirBnb Host Tickets für die Fähre nach Nusa Pendia besorgt und uns von ihm auch dort hinbringen lassen. Da wir in der Off Season waren, fuhren die Fähren allerdings nur zweimal am Tag und wir mussten ziemlich früh los. Es ging zum Sanur Hafen, von dort aus fahren ziemliche viele Fähren zu den verschiedenen Nachbarinseln. Wir hatten ein Speedboot, dass uns in 30 Minuten rüber bringen sollte. Aber Achtung: Die Speedboote sind einfach nur kleine Schiffe mit 7 selbstständig angebrachten Motoren. Dementsprechend gab es für die großen Wellen auf dem offenen Meer keinen Schutz am Boot und nun ja es haben sich so einige Fahrgäste übergeben müssen. Mein Tipp: Immer schön auf den Horizont gucken. Klingt nach Klischee, hilft aber tatsächlich.
Auf Nusa Penida angekommen, muss man einen kleinen Eintrittspreis zahlen, um vom Hafen runterzukommen. Wir waren uns tatsächlich nicht sicher, ob das offiziell so war oder wir gescammt worden sind. Aber da es umgerechnet nur 50ct waren, haben wir es einfach bezahlt.
Unser Hotel lag auf einem Hügel in der Nähe des Hafens und wir haben beschlossen die halbe Stunde dorthin zu Fuß zugehen. Das war ein tolle Entscheidung, denn auf dem Weg konnten wir das wahre Leben, abseits der Touristenorte erleben. Bauernhöfe mit Kühen, Schweinen und Hühnern, private Tempel und matschige Wege zwischen Palmen. Herrlich.
Unser Hotel lag mitten im Dschungel und bot einen tollen Ausblick auf Balis höchsten Vulkan. Das Sunset Hill Resort hielt was es versprach. Wir hatten alle eigene kleine Hütten und wurden morgens von den Hühnern geweckt (oder Nachts wachgehalten) 😀
Nachdem wir uns kurz ausgeruht hatten, buchten wir auch hier wieder über unser Hotel eine Nachmittagstour. Der Fahrer wusste genau wo er uns hinbringen wollte und zeigte uns die schönsten Orte im Westen der Insel.
Ich fürchte es ist leider total egal zu welcher Zeit man zum Kelingking Beach kommt, die Hauptattraktion von Nusa Penida und fast eigentlich auch schon von Bali selbst, ist immer mit Touristen überschwemmt. Man kann den Strand von oben betrachten, zusammen mit einer Horde von anderen Menschen. Man kann aber auch den langen und schweren Weg nach unten wagen und ist dort dann so gut wie alleine. Nichtsdestotrotz, der Anblick hat sich definitiv gelohnt und auf den Fotos sieht man ja die Menschenmassen nicht 😉
Tag 5 – Nusa Penida, länger als geplant
Wir hatten geplant recht früh wieder zurück nach Bali zu fahren. Was wir allerdings zu spät sahen: Auf den Fähren Tickets stand, dass die Fähren zurück nur am späten Nachmittag fuhren.
Wir entschlossen also einen entspannten Strandtag einzulegen und nahmen uns einen Fahrer, der uns zur bekannten Crystal Bay brachte.
Ganz in der Nähe kann man mit Manta Rochen schnorcheln.
Tag 6 – Strand, Sonnenuntergang und Bars
Unseren letzten Tag in Seminyak genossen wir in den Wellen am Strand, mit Massagen, einem guten Essen beim Sonnenuntergang und der wahrscheinlich weirdesten Bar in der wir jemals waren. Die Bar ist, trotz sehr touristischem Charakter sehr zu empfehlen:
Fazit zu Seminyak
Wir möchten den Bericht mit einem kleinen Fazit zu Seminyak beenden.
Wann solltet ihr euch für Seminyak entscheiden:
Wenn ihr die touristische Seite von Bali kennenlernen wollt. Also schick gemachte Restaurants, tolle Bar Konzepte und viele Möglichkeiten zum Shoppen.
Wenn ihr gerne Surfen lernen möchtet: Die Wellen in Seminyak sind gerade für Anfänger grandios und man kann sich bereits für wenig Rupien ein Brett für den ganzen Tag ausleihen oder einen Kurs machen.
Wenn ihr viel feiern wollt, aber nicht zu viele Touristen um euch haben möchtet. Seminyak ist gerade noch im Aufbau und noch nicht so bekannt wie Canggu. Es liegt aber am gleichen Strand und bietet somit ähnliche Erfahrungen, aber einfach mit weniger Menschen.
Wenn ihr günstig Spa Urlaub machen wollt. Ihr habt in Seminyak eher günstige, schnelle Massage Angebote ohne Termin. Aber das dafür an jeder Ecke.
Wenn ihr günstige, aber schön gemachte AirBnbs bevorzugt.
Wenn ihr die Insel Nusa Penida besuchen möchtet. Der Hafen von Sanur liegt in der Nähe von Seminyak und man kann von dort aus die Nachbarinsel sehr gut erreichen.
Ihr seht Seminyak lohnt sich also, wenn man auf diese Sachen im Urlaub Wert legt. Für uns aber ganz wichtig: Als Einstieg, zum Ankommen in Bali, in einer anderen Kultur ist Seminyak super. Um aber das wirkliche Bali kennenzulernen, muss man sich auf jeden Fall noch weiter in den Norden bewegen.
Lest dazu mehr in unserem zweiten Teil.
Routenplanung Seminyak
Wenn du erfahren willst, was du dir in welcher Reihenfolge anschauen solltest, um die Zeit in Seminyak optimal zu nutzen, dann lies weiter in unserem Blog-Post.
